Technische Fachbegriffe im Zimmererhandwerk

Zimmerei Brunnermeier 

 

ABBINDEN: Tätigkeit. Umfasst das Anreißen von Bauhölzern und die nachfolgende Bearbeitung, z.B. absägen, fräsen, bohren.

 

ABBUND, COMPUTERGESTÜTZER: Ein Dachstuhl wird mithilfe von CAD-Programmen (computer-aided design) gezeichnet. Die Ergebnisse können zum Abbinden entweder ausgedruckt oder an eine Abbundanlage übermittelt werden.

 

ABBUND, ZEICHNERISCHER / RECHNERISCHER: Ein Dachstuhl wird im Maßstab 1:10 oder 1:5 gezeichnet. Die Ergebnisse können auch rechnerisch ermittelt und somit kontrolliert werden.

 

ABBUNDANLAGE: Werkzeugmaschine, CNC-Maschine (Computerized Numerical Control) zum Bearbeiten von Schnittholz. Verfügt über verschiedene Werkzeugsätze zum Sägen, Fräsen, Bohren der Schnitthölzer. Ansteuerung über Daten aus computergestütztem Abbund.

 

ABRICHTE: Hobelmaschine zum exakten, winkelgerechten Egalisieren von Holzflächen.

 

ANREISSEN: Tätigkeit. Übertragung der Ergebnisse aus dem Abbund auf ein Bauholz.

 

BALKEN / KANTHOLZ: Schnittholz

Breite< Höhe< 3x Breite; Breite >40mm

 

BANDSCHLEIFER:  Stationäre oder tragbare Maschine.

Das Schleifpapier ist ein Endlosband.

 

BOHLE: Schnittholz

Querschnitt: Dicke > 40mm, Breite > 3x Dicke.

 

BRETT: Schnittholz

Querschnitt: 6mm < Dicke < 40mm, Breite > 80 mm

 

DACHSTEINE: Dachdeckungswerkstoff aus Beton, der nach Formgebung getrocknet wird.

 

DACHZIEGEL: Dachdeckungswerkstoff aus Ton, der nach Formgebung gebrannt wird.

 

DICKENHOBEL: Stationäre Maschine. Hobelt Schnitthölzer auf bis zu vier Seiten gleichzeitig (Vierseiter).

 

FASERZEMENTPLATTE: Verbundwerkstoff. Wird aus Zement und Zusatzstoffen hergestellt.

 

GIPSKARTONPLATTE: Verbundwerkstoff. Besteht aus einem Gipsplattenkern mit entsprechend dem Einsatzzweck modifizierter Kartonummantelung.

 

HOLZVERBINDUNG: Bezeichnung für Stoßpunkt von zwei oder mehr Hölzern. Eben oder räumlich. Die Form ist u.a. davon abhängig, ob Kräfte, z.B. Zug oder Druck zu übertragen sind oder nicht. Werden Kräfte übertragen, ist für die Bestimmung der Verbindungsform deren Art und Größe von Bedeutung. Ausführung erfolgt als reine Holz-Holz-Verbindung oder mitholfe von vorgefertigten Blechformteilen oder extra hergestellten Stahlteilen.

 

LATTE: Schnittholz

Querschnitt 6mm < Dicke < 40mm; Breite < 80 mm.

 

MEHRSCHICHTPLATTE / MASSIVHOLZPLATTE: Holzwerkstoff.

Wird durch Verleimung von z.B. drei oder fünf kreuzweise angeordneten Brettlagen aus Nadelholz hergestellt.

 

OSB-PLATTE Holzwerkstoff. OSB- Oriented Strand Board. Wird durch Verpressen von Längsholzspänen mit Klebestoff hergestellt.

 

Zimmerei BrunnermeierSCHNITTHOLZ: Sammelbegriff für Produkte, die in Sägewerken aus Baumstämmen hergestellt werden.

 

SPANPLATTE: Holzwerkstoff. Wird durch Verpressen von relativ kleinen Holzspänen mit Klebstoff hergestellt.

 

SPARREN: Bezeichnung von Balken in Dachkonstruktionen, die von unten, der sogenannten Traufe, bis zum höchsten Punkt des Daches, dem sogenannten First verlaufen. Tragen u.a. die eigentliche Dachhaut, zu der Dachsteine, oder Dachziegel gehören können.

 

SPERRHOLZPLATTE: Holzwerkstoff. Wird durch Verleimung von Kreuzweise angeordneten Furnierlagen aus Holz hergestellt.

 

 

 

Mut zur Fassade! Teil 2 Montagetechniken bei Holzfassaden

 Eine kleine Serie in 4 Teilen

Einführung
-Teil 1 Holzfassaden
-Teil 2 Montagetechniken bei Holzfassaden
-Teil 3 Rockpanel
-Teil 4 Metallprofil
Heute geht es weiter mit Teil 2 : Montagetechniken bei Holzfassaden

 

Senkrechte Boden-Deckel-Schalung

MontagetechnikIn Bayern ist die Boden-Deckel-Schalung sehr beliebt. Die Verlegetechnik wird sehr oft angewandt. Sie gibt Wänden, Giebeln und ganzen Haufassaden ein natürliches Gesicht.
Verarbeitet werden hier einheimische Holzarten, wie Lärche, Douglasie und Fichte.
Eine untere Lage Bodenbretter wird mit Abstand senkrecht montiert. Die darauf befestigte zweite Lage bildet den Deckel. Die darunter liegenden Bretter werden um mindestens 15mm rechts und links überlappt. Zur Befestigung sind Edelstahlschrauben die optimale Lösung. Eine senkrechte Schalung lässt das Haus optisch höher erscheinen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Regenwasser bei vertikaler Verlegung schneller ablaufen kann.
Die Holzoberfläche kann gehobelt oder sägerau sein.

Stülpschalung:

Diese Verarbeitungstechnik kennt man von Skandinavien und hierzulande von farbigen Schweden-Stil-Häusern.
Sie hat ein harmonisch wirkendes Erscheinungsbild und die Eigentümer wählen oftmals einen bunten Fassadenanstrich. Technisch gesehen werden die Bretter auf der Unterkonstruktion waagerecht befestigt. Das obere Brett stülpt sich wenige cm über das untere Brett.
Generell sollte bei Holzfassaden zur Verschraubung Edelstahlschrauben verwendet werden, um Rostflecken zu verhindern.

Rhombus-Schalung

Sehr elegant und modern wirken Rhombus-Schalungen. Meistens wird hierfür die Holzart „sibirische Lärche“ gewählt. Dies Technik ist auch bekannt unter den Namen: Parallelogrammleiste oder Rautenleiste.
Sie wird waagerecht montiert mit sichtbarem Abstand.
Bei den Rhombusleisten sollte der Abstand 20 mm nicht unterschreiten.
Getragen wir die Rhombusschalung von einer Unterlattung die vorher an der Hauswand befestigt wird.
Eine schwarze Fassadenfolie/-bahn (diffusionsoffen und UV-beständig) wird unterhalb der Unterkonstruktion befestigt und schützt die Wand/Dämmung vor der Witterung.
Bei der sibirischen Lärche ist kein weiterer Anstrich nötig, da sie nach zwei Jahren eine schützende silbrige Patina bildet.
Es gibt aber auch pigmentierte Pflegeöle um diesen natürlichen Verwitterungsprozess aufzuhalten.

 

Gibt es in Ihrem Umfeld Holzfassaden? Welche Gestaltungstechnik gefällt Ihnen?

Dieser Blogbeitrag ist der 2. Teil der Serie Mut zur Fassade.

Nächste Woche geht es weiter mit Teil 3 unserer Serie Thema: Rockpanel.

 

 

 

Mut zur Fassade! Holzfassaden

 Eine kleine Serie in 4 Teilen

-Einführung
Teil 1 Holzfassaden
-Teil 2 Montagetechniken bei Holzfassaden
-Teil 3 Rockpanel
-Teil 4 Metallprofil

Zimmerei S. BrunnermeierHolzfassaden

Der erste Teil unserer kleinen Serie rund um das Thema „Fassadengestaltung“ widmet sich der Holzfassade.
Ihr Haus erhält durch eine Fassade aus Holz ein individuelle Erscheinungsbild und eine ganz besondere Ausstrahlung.
So viele verschiedene Haustypen es gibt, so vielfältig sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz. Modern, Klassisch oder Landhausstil: Holz passt sich an. Nicht nur an Holzhäusern sieht man den sympathischen Baustoff. Auch Häusern aus Stein können in Holz gewandet werden.
Es können ganze Wände verkleidet werden oder auch kleinflächig Akzente gesetzt werden.

Konstruktiver Holzschutz:

Die Haltbarkeit einer Holzfassade ist abhängig vom konstruktiven Holzschutz.
Die Eigenschaften des Holzes werden beim nachhaltigen Bauen mit den verschiedenen Holzarten berücksichtig. Es wird auf Dauerhaftigkeit und die geeignete Konstruktion geachtet. Somit kann auf den chemischen Holzschutz verzichtet werden.

Hier sind einige Punkte zu beachten:

Die Fassaden muss vor direkter Beregnung geschützt werden .
Trotzdem eingedrungene Feuchtigkeit muss schnell und zuverlässig abgeführt werden können.
Ein ausreichend großes Vordach ist empfehlenswert.
Ein Mindestabstand von 30cm zum Erdreich schützt die Fassade vor Spritzwasser.
Damit Regen ablaufen kann und sich nicht in den Fugen sammelt, ist es ratsam die  unteren Brettabschnitt zu hinterschneiden.

Wenn diese wichtige Kriterien eingehalten werden, ist die Befürchtung vieler Bauherren zur kurzen Lebensdauer der Holzfassaden unbegründet.
Bei angemessener Pflege und fachlicher Ausführung sind auch unbehandelte Holzfassaden langlebig.

Zimmerei S. BrunnermeierHolzarten:

Die Auswahl der richtigen Holzsorte ist maßgeblich für eine lange Lebensdauer. Schließlich sollen Sie sich auch noch nach Jahren am Anblick Ihres Hauses erfreuen.
Wenn Sie eine unbehandelte Fassade wünschen sind die heimischen Holzarten Lärche, Douglasie und Eiche zu empfehlen. Hier bildet das Holz im Laufe der Zeit als natürlichen Schutz eine silbrige Patina, die sehr schön anzusehen ist. Bekannt ist diese natürliche Optik von den Häusern, Stadeln und Almgebäuden in den Hochgebirgen.

Die Holzart Fichte wird oft gewählt, wenn ein farbiger Anstrich gewünscht wird. Fichte sollte geschützt werden mit einer Beschichtung in Form einer Lasur oder Farbe.
Hier ist allerdings die Folge, dass eine regelmäßige Nachbehandlung (nachstreichen oder neu streichen) im Durchschnitt alle 3-4 Jahre erforderlich sein wird.

Fazit:

Mit der richtigen Holzart an der richtigen Stelle und einer geeigneten Konstruktion für die gestellte Aufgabe sind Holzfassaden dauerhaft, einfach und preiseffizient zu halten.

Bauten aus vergangenen Zeiten beweisen, dass Holz ein natürlich Bau- und Werkstoff von Bestand ist.

So unteschiedlich die Menschen sind, so vielseitig und verschieden sind auch die Baustile und Vorstellungen.

Wie ist Ihre persönliche Einstellung zu den Aspekten Holz streichen oder natürliche Verwitterung?

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „Mut zur Fassade“.